Häufig sind es Erwachsene, die eine Welt gestalten, in der die Bedürfnisse von Kindern wenig vorkommen. Dieses Ungleichheitsverhältnis auf Kosten von Kindern wird auch als Adultismus bezeichnet. Gesellschaftlich verankert, findet sich Adultismus auf vielen verschiedenen Ebenen: zum Beispiel in Gesetzestexten, in der Raumgestaltung, in Redewendungen und in der Interaktion mit Kindern. Zum Beispiel dann, wenn Erwachsene ohne einen einfühlsamen Perspektivwechsel den Tagesablauf der Kinder festlegen, unter Druck den Mittagsschlaf verordnen und gegen den Willen von Kindern über ihren Kopf streicheln. Dann geraten Erwachsene und Kinder in ein Gegeneinander, in ein Überlegen- und Unterworfen sein.
Woran lässt sich der unterdrückende Gebrauch von Macht erkennen? Wie kann es in einem ungleichen Abhängigkeitsverhältnis gelingen, junge Menschen mit ihren Anliegen und Bedürfnissen unvoreingenommen wahrnehmen und unterstützen zu lernen?
Im Workshop wollen wir die Merkmale von Adultismus erkennen lernen, indem wir uns mit den unterschiedlichen Möglichkeiten erwachsener Macht beschäftigen. Wir setzen uns mit unterdrückender und ermöglichender Macht auseinander, schauen auf ihre jeweilige Wirkung und verbinden uns mit eigenen bestärkenden Kindheitserfahrungen. So bringen wir in Erfahrung, was wir brauchen, um als Erwachsene einfühlsame Beziehungen mit Kindern zu leben.
Hjördis Hornung ist bindungs- und beziehungsorientierte Eltern- und Familienberaterin und arbeitet als Referentin für den Ansatz der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung. Sie setzt ihren Fokus auf das Verstehen und Verlernenwollen von Erziehung und fragt stattdessen danach, wie gleichwürdige Beziehungen, zwischen jungen und älteren Menschen gelingen können.